SDG 15

SDG 15: Leben am Land

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Biologische Vielfalt und gesunde Ökosysteme sind die Grundlagen unseres Lebens. Deshalb ist die rasante Zerstörung von biologischer Vielfalt ein echtes Problem. Wälder bedecken 30,7 Prozent der Erdoberfläche und stellen nicht nur Ernährungssicherheit und Schutzraum zur Verfügung, sondern sind auch für den Kampf gegen den Klimawandel, den Schutz der biologischen Vielfalt und für indigene Bevölkerungsgruppen von entscheidender Bedeutung. Derzeit gehen jedes Jahr 13 Millionen Hektar Wald verloren, während die anhaltende Degradation von Trockengebieten zur Wüstenbildung von 3,6 Milliarden Hektar geführt hat. Auch wenn bis zu 15 Prozent der Waldflächen derzeit unter Schutz stehen, ist die Biodiversität nach wie vor gefährdet. Mehr als die Hälfte der Ökosysteme ist heute in schlechterem Zustand als noch vor 50 Jahren, oder wird nicht nachhaltig genutzt: Ihre genetische Vielfalt geht verloren, oder sie wurden – wie die Hälfte aller Regenwälder – bereits vollständig zerstört. Übernutzung durch intensive Landwirtschaft und die Folgen des Klimawandels gehören dabei zu den wichtigsten Ursachen. 2 Mrd. Hektar Land gelten weltweit als geschädigt. Die Zerstörung der Landökosysteme hat weitreichende Konsequenzen: Von ungefähr 5 Millionen Tierarten sterben jährlich zwischen 11.000 und 58.000 aus, unter anderem durch den Schwund ihrer Lebensräume, ca. 3,2 Mrd. Menschen werden direkt von Landschädigungen getroffen.

Entwaldung und Wüstenbildung – verursacht durch menschliche Aktivitäten und den Klimawandel – stellen eine große Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung dar und haben das Leben und die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen im Kampf gegen die Armut beeinflusst. Darunter leiden auch indigene Völker und ihre traditionellen Lebensweisen. Und auch die globale Landwirtschaft, die unsere Versorgung mit Lebensmitteln garantiert, ist in Gefahr: Ein Drittel der fruchtbaren Landfläche weltweit ist in den letzten 40 Jahren durch Verschmutzung, Erosion oder Wüstenbildung verloren gegangen – während die Welt bis 2050 für die wachsende Erdbevölkerung schätzungsweise 50 Prozent mehr Lebensmittel produzieren muss. Doch noch ist die Hoffnung nicht verloren: Die Menschheit hat erkannt, wie sehr die Biodiversität bedroht ist und welche verheerenden Folgen damit einhergehen. Aus diesem Grund werden immer mehr Landökosysteme geschützt, wiederhergestellt und eine nachhaltige Nutzung gefördert. Weltweit gibt es immer mehr Projekte, die die Aufforstung der Wälder unterstützen und sich für die Arterhaltung und den Schutz der Ökosysteme einsetzen.

Fast die Hälfte der Flächen in Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt. Produktionssteigerungen und immer intensivere Bewirtschaftung gehen auch an der Umwelt nicht spurlos vorbei. Jeden Tag verliert die Natur hierzulande eine Fläche von etwa 90 Fußballfeldern an Verkehr und Siedlungsbau. Durch schwere Maschinen werden Böden beschädigt, was wiederum zu Erosion und einem Verlust der Bodenfruchtbarkeit führen kann. Düngemittel stellen ein Risiko für Erde und Grundwasser dar, und die niedrige Artenvielfalt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen schränkt tierische Nahrungsquellen und Lebensräume ein.

Besonders stark diskutiert wird in Deutschland aktuell das Problem des Insektensterbens – ein erschreckendes Beispiel für den Verlust der biologischen Vielfalt. Bei 96 Prozent der Arten haben Insektenforscher einen Rückgang festgestellt. Das hat nicht nur drastische Folgen für die Landwirtschaft selbst – an vielen Orten gibt es nicht mehr genügend Insekten, um Felder natürlich zu bestäuben – sondern bringt ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Die Anzahl der Vögel ist ebenfalls um 40 Prozent geschrumpft, da Insekten ihnen als Nahrungsquelle dienen.

Die Bundesregierung hat 2019 über 745 Millionen Euro für den globalen Erhalt von Ökosystemen ausgegeben und macht sich weltweit für die Biodiversität und Artenvielfalt stark. Dabei hat das Bundeskabinett ein „Aktionsprogramm Insektenschutz“ eingeleitet, um das Insektensterben zu stoppen und die Artenvielfalt zu schützen. Darüber hinaus sind wichtige Handlungsfelder und Maßnahmen in der Naturschutz-Offensive 2020 beschrieben und festgehalten. Erfreulich ist auch, dass die Bundeswaldinventur eine positive Entwicklung des ökologischen Zustands deutscher Wälder aufweist. Durch den Schutz der weltweiten Wälder werden wir auch in der Lage sein, die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zu stärken und die Bodenproduktivität zu steigern. Derzeit werden zwei internationale Abkommen umgesetzt, die die gerechte Nutzung der Ressourcen fördern. Es werden zahlreiche Anstrengungen zur Bewirtschaftung der Wälder und zur Bekämpfung der Wüstenbildung unternommen. Außerdem werden finanzielle Investitionen zur Förderung der biologischen Vielfalt bereitgestellt.

Mach's selbst!

So kannst du das Leben an Land schützen:

  • Unterstütze eine ökologische Landwirtschaft, sie schont Natur und Böden
  • Richte Nistmöglichkeiten für Vögel ein
  • Nutze Split statt Streusalz, das ist gesünder für Pflanzen und Tiere
Quiz

SDG 15 – Leben am Land

Weißt du, wie es um unsere Landökosysteme bestellt ist?

Spielen
SDG 15 – Leben am Land
Lade…
Dein Ergebnis:

Glückwunsch! Du hast alle Fragen richtig beantwortet.

SDG 15 – Leben am Land
0 Impact Points
Dein Ergebnis:

Leider hast du nicht alle Fragen richtig beantwortet. Versuch es doch gleich noch einmal!

SDG 15 – Leben am Land