SDG 12

SDG 12: Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Braunkohle, Öl, Holz, Obst, Gemüse und Getreide – für den weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt brauchen wir immer mehr Ressourcen. Die Menge an Rohstoffen, die wir zur Herstellung unserer gewünschten Produkte brauchen, hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Im Jahr 2018 verbrauchte jeder von uns durchschnittlich über 16 Tonnen Rohstoffe, das entspricht dem Gewicht von 11 Autos. In Ländern mit hohem Einkommen war die Menge 13-mal höher als in Ländern mit niedrigem Einkommen. Länder mit hohem Einkommen können ihren Rohstoffbedarf allein meist nicht decken und beziehen daher viele Ressourcen aus Ländern des globalen Südens.

Allein die weltweite Plastikproduktion ist von 2,1 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 406 Millionen im Jahr 2015 angestiegen. Bis 2015 haben wir mehr als 6,9 Milliarden Tonnen Plastikmüll erzeugt – fast 80 Prozent davon landet wiederum in Deponien oder in der Umwelt, nur neun Prozent wurden recycelt. Und das, obwohl in den letzten Jahren vermehrt über die Folgen von Umweltverschmutzung beispielsweise durch Plastikmüll berichtet wurde. Die Länder stehen vor großen Herausforderungen in Bezug auf Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung. Jedes Jahr wird außerdem schätzungsweise ein Drittel aller produzierten Lebensmittel – 1,3 Milliarden Tonnen – weggeworfen. Gleichzeitig leiden mehr als 2 Milliarden Menschen auf der Welt an Hunger oder Unterernährung.

In Industrieländern wie Deutschland ist der Ressourcenverbrauch pro Kopf besonders groß. Jede:r Deutsche wirft pro Jahr durchschnittlich etwa 1,5 Kilogramm Kleidung, 85 Kilogramm Nahrungsmittel und rund 25 Kilogramm Plastikverpackungen in den Müll. Um auf die Flut an Plastikmüll zu reagieren, will die EU Einwegplastik wie Strohhalme oder Wattestäbchen verbieten, doch Plastikverpackungen sind noch immer allgegenwärtig. Auch die richtige Mülltrennung hilft nur bedingt, denn die Hälfte der Plastikabfälle können nicht wiederverwertet werden. In Deutschland ist „Containern“, also das Retten von ungebrauchten Nahrungsmitteln aus dem Müll, trotz dramatischer Lebensmittelverschwendung noch immer illegal. Vorbild könnten hier Gesetzgebungen wie in Frankreich sein, wo es für den Handel bald verboten ist, neuwertige Lebensmittel wegzuwerfen.

Wir brauchen einen tiefgreifenden Wandel unserer Produktions- und Konsumpraktiken, der weg von einer „Wegwerf-Kultur“ und hin zu einer Kreislaufwirtschaft, in der weniger verschwendet und mehr wiederverwendet und recycelt wird. Seit 1970 hat sich der weltweite Konsum an materiellen Gütern mehr als verdreifacht, Tendenz noch immer steigend. Da nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion darauf abzielen, mit weniger mehr und besser zu werden, können die Wohlstandsgewinne aus wirtschaftlichen Aktivitäten durch Verringerung von Ressourcenverbrauch, Materialermüdung und Umweltverschmutzung über den gesamten Lebenszyklus steigen – bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität für alle. Außerdem muss der Schwerpunkt auf der Lieferkette liegen, an der alle vom Erzeuger bis zum Endverbraucher beteiligt sind. Dazu gehört unter anderem die Aufklärung der Verbraucher über einen nachhaltigen Konsum und Lebensstil, die Bereitstellung angemessener Informationen durch Normen und Labels und die Beteiligung an nachhaltigen öffentlichen Aufträgen.

Mach's selbst!

So kannst du für nachhaltige:n Konsum und Produktion vorgehen:

  • Nutze Kleidertauschbörsen und Second Hand Shops
  • Informiere dich über Produktionsbedingungen und entscheide dich für fair produzierende Unternehmen
  • Verzichte auf Plastiktüten und nimm Stoffbeutel mit zum Einkaufen
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