SDG 10

SDG 10: Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Das heißt, dass wir alle die gleichen Rechte haben, beispielsweise das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Das bedeutet auch, dass wir alle die gleichen Chancen haben sollten, etwa beim Zugang zu Bildung und zur Gesundheitsversorgung sowie sozialer und wirtschaftlicher Teilhabe. Vielen Menschen bleibt dies jedoch verwehrt, weil sie von Armut betroffen sind. Armut hat viele Gesichter und damit einhergehend auch Ungleichheit. So haben beispielsweise 258 Millionen Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Bildung – das sind fast doppelt so viele Kinder, wie in ganz Europa leben. Auch eine Gesundheitsversorgung ist nicht für alle Menschen selbstverständlich, ebenso wenig wie die Gleichstellung von Mann und Frau. Die internationale Gemeinschaft hat erhebliche Fortschritte dabei gemacht, Menschen aus Armut zu befreien. Die am stärksten gefährdeten Nationen – wie die am wenigsten entwickelten Länder, die Binnenentwicklungsländer und die kleinen Inselentwicklungsländer – schreiten weiterhin in der Armutsbekämpfung voran. Allerdings bestehen immer noch Ungleichheiten und große Unterschiede beim Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen sowie anderen Gütern.

Auch das Vermögen in Form von Kapital, Ressourcen und Immobilien ist ungleich auf der Welt verteilt. Mehr als ein Drittel des weltweiten Vermögens gehört 1 Prozent der reichsten Menschen und auch das restliche Vermögen wird unter den verbliebenen 99 Prozent der Weltbevölkerung ungleich und ungerecht verteilt. Innerhalb und zwischen den Ländern ist die wirtschaftliche Ungleichheit noch immer hoch und in vielen Ländern steigt der Anteil des Einkommens, der den reichsten 1 Prozent zugutekommt. Glücklicherweise hat sich die Einkommensungleichheit sowohl zwischen den Ländern als auch innerhalb der Länder verringert. Derzeit ist das Pro-Kopf-Einkommen von 60 der 94 Ländern, von denen Daten vorliegen, schneller gestiegen als der nationale Durchschnitt. Gleichzeitig ist in den meisten Ländern ein Anstieg des Einkommens der ärmsten 40 Prozent der Weltbevölkerung zu verzeichnen.

Deutschland ist ein buntes Land und für ein friedliches Miteinander ist die Integration der in Deutschland lebenden Ausländer:innen unverzichtbar. Besonders wichtig ist nicht nur der Spracherwerb, sondern auch eine schulische Qualifizierung. Ausländer:innen ohne deutsche Staatsbürgerschaft erreichen in Deutschland, verglichen mit deutschen Schulabsolvent:innen, seltener einen Schulabschluss. Im Hinblick auf höhere Bildungsabschlüsse fällt auf, dass nur etwa 15 Prozent der ausländischen Schulabsolvent:innen im Jahr 2019 die Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife erreicht haben, während mit 36,7 Prozent doppelt so viele deutsche Schulabsolvent:innen einen höheren Abschluss erreichten. Einkommensungleichheiten werden in Deutschland insbesondere mithilfe von Sozialleistungen, Sozialversicherungen und Steuern entgegengewirkt. Dennoch ist das Vermögen in Deutschland deutlich ungleicher verteilt. Einer der Gründe hierfür ist dass die Menschen in Deutschland viel häufiger zur Miete wohnen statt in eigenen Immobilien.

Es herrscht wachsende Einigkeit darüber, dass Wirtschaftswachstum allein nicht ausreichend ist, um Armut zu reduzieren, wenn es nicht integrativ gestaltet wird und die drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung – Wirtschaft, Soziales und Umwelt – umfasst. Um Ungleichheiten abzubauen, sollten politische Maßnahmen grundsätzlich universell sein und den Bedürfnissen benachteiligter und marginalisierter Bevölkerungsgruppen Rechnung tragen. Es bedarf einer stärkeren zollfreien Behandlung und der Fortsetzung der Förderung von Exporten aus Entwicklungsländern sowie einer Erhöhung des Stimmanteils der Entwicklungsländer im IWF. Schließlich können technologische Innovationen dazu beitragen, die Kosten für den Geldtransfer von Wanderarbeitnehmer:innen zu senken.

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So kannst du dich für weniger Ungleichheiten einsetzen:

  • Gib Sprach- und Integrationskurse
  • Setze dich für den barrierefreien Ausbau von allen öffentlichen Institutionen ein
  • Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen
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